Ulrike: „Heute möchte eine Zuschauerin wissen, was sie bei einem erhöhten Hämatokritwert machen kann.
Ich habe einen andauernden erhöhten Hämatokritwert. Mein Arzt sagt ich soll mehr trinken, meist schaffe ich 2 bis 2,5 Liter am Tag. Ich trinke nur Wasser und ungesüßten Tee und ein bis zwei Kaffees mit Hafermilch. Mein Arzt sagt es kommt nichts in den Zellen an, dadurch schwitze ich nicht mal besonders, habe trockene Augen und Haut und Probleme mit den Faszien und Gelenken, was kann ich tun?
Also erhöhter Hämatokritwert.“
Prof. Winkler: „Ich mach mir gerade so ein paar Notizen, also die erste Frage ist natürlich erstmal, was ist zu hoch? Also da hat jeder Arzt manchmal so seine eigene Sichtweise, ein Onkologe, der den ganzen Tag mit Bluterkrankungen zu tun hat, der sieht das ein bisschen schärfer. Ein anderer Arzt ist da vielleicht noch entspannter. Also ich sag mal so, die Grenze ist da ungefähr bei 50 Volumenprozent, da muss man dann aber auch, wenn das deutlich darüber hinausgeht, deswegen weiß ich jetzt nicht, was ist leicht erhöht. Wenn es darüber hinausgeht, dann sollte man wirklich mit einem Hämatologen sprechen, der sich dann mal das gesamte rote Blutbild anschaut. Flüssigkeitsmangel beim hohen HK ist eine typische Möglichkeit und auch da muss ich sagen aus meiner jetzt über Zehnjährigen Erfahrung des Messens, kann man ja auch die Trinkmenge von jedem beurteilen, da gibt es Parameter, die das sehr sehr gut wiedergeben, denn ganz ehrlich ich weiß ja wie ich mich selber früher sozusagen belogen habe, nicht absichtlich, sondern ich dachte auch immer, dass ich genug trinke. Bis ich dann mal wirklich gemessen habe, was passt denn da überhaupt rein in ein Glas und hab dann eine Strichliste geführt, auf wie viel Milliliter / Liter ich pro Tag komme und ich war erschrocken. Ich hab geglaubt, ich hatte immer gedacht, ich würde schon genug trinken, aber das tat ich nicht. Dann hab ich mir mal so eine App runtergeladen, die war ganz witzig gemacht und die half einfach sich da mal so ein bisschen zu kontrollieren. Also das würde ich dir als ersten Tipp geben, dass man wenn man jetzt diesen Cystatin C Wert aus dem Blut nicht hat, der genau dann über die Filtrationsrate mehr ein Hinweis gibt, wie denn diese Trinkmenge wirklich real ist, denn das ist ja total unterschiedlich. Wir Menschen sind ja alles Individuen, da gibt es die berühmte Formel, dass man sagt pro Kilogramm Körpergewicht ungefähr 40 ml Wasser trinken pro Tag. Kann man immer hochrechnen, das kann der- oder diejenige dann ja mal machen. Das Gewicht mal vier und dann weiß man letztendlich ganz genau welche Menge sozusagen berechnet ist, aber es macht ja einen Unterschied schwitze ich viel oder schwitze ich wenig. Hier glaube ich wurde gesagt schwitze ich wenig, aber geht sie in die Sauna oder er? Macht sie/er viel Sport? Das sind ja alles Dinge, die kann ich so nicht beantworten, insofern kann das mit der Trinkmenge zusammenhängen, ja. Also ich würde auch hier am liebsten wissen, was ist mit der Filtrationsrate? Da kann man schonmal sehen, ob die aktuelle Trinkmenge passt oder nicht passt. Und ansonsten muss man eben noch weiter im Blutbild schauen, was noch mit den Thrombozyten ist, damit die Hämatologen dort eventuell mit ins Boot genommen werden. Dann hatte ich mir noch notiert, dass da auch so trockene Haut…“
Ulrike: „Ja, trockene Haut und trockene Augen, Faszien- und Gelenkprobleme.“
Prof. Winkler: „Da muss man aber auch immer noch in die andere Richtung denken, nämlich internistische rheumatologische Erkrankungen und auch ein Hormonmangel hat diese Symptome, nämlich das Progesteron. Also wenn das eine Frau ist, sag ich mal so in den Wechseljahren, da sehe ich das sehr sehr häufig, wir messen ja dieses Progesteron bei unseren Patientinnen besonders, aber auch bei den Männern, für die ist das auch wichtig, ein guter Stress Gegenspieler. Aber zurück zur trockenen Haut, da kann ein Progesteronmangel genau das machen, was dann hier auch beschrieben wurde. Also Internist, Rheumatologie Progesteron wäre mehr beim Endokrinologen, beim Hormonspezialisten und/oder auch beim formalen Gynäkologen, da kann man das auch ansprechen. „
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